Obermayr Staatspreis

Die Rolle des Bauherrn

Zwei Punkte waren dem Bauherren bei der Errichtung der Halle am wichtigsten: Ein optimales Arbeitsumfeld sowie ein sichtbares Zeichen für die Philosophie und das Know-how des Unternehmens. Der Bauherr, der ausschließlich in Zusammenarbeit mit Architekten Gebäude errichten, hat ein besonderes Interesse an anspruchsvoller Architektur. Da er für seinen Betrieb eine neue Fertigungshalle schaffen musste, wollte er auch mit dieser seinen architektonischen Ansprüchen erfüllen. Die Halle sollte auch den Zielen der Firma hinsichtlich Architektur, Energietik und zukünftigen baulichen Standards gerecht werden.

Das Besondere an diesem Bauherren war, dass ausschließlich die Qualität im Vordergrund stand. Die Qualität der Architektur, der Details, des Raumes im Inneren, das Ziel, optimales Licht ins Innere des Gebäudes zu bringen und somit beste Arbeitsbedingungen für die dort Arbeitenden zu schaffen. Auch der energetische Faktor spielt eine wichtige Rolle. Nachhaltige Baustoffe und das Erreichen des Passivhausstandards war ein Ziel des Projekts. Passivhaus - ein Novum für Industriehallen dieser Größe, aber gerade auch in Industrie und Gewerbe ein Zeichen und ein Schritt in die richtige Zukunft. Da es dadurch weder einer Heizung bedarf und dank des nur minimal notwendigen Einsatzes von elektrischem Licht wird so wenig Energie verbraucht.

Neben den vom Bauherren definierten räumlichen und funktionellen Qualitäten des Gebäudes gab es ein präzises Funktionsschema für die betrieblichen Abläufe in und außerhalb der Fertigungshallen. Bezüglich der architektonischen Umsetzung und auch der Baukosten gab es seitens des Bauherren keine Vorgaben und Einschränkungen. Da der Bauherr zugleich Statiker dieses Projektes war und es ihm ein großes Anliegen war, den Entwurf genauso wie von uns geplant umzusetzen, begann nach Abschluss des Entwurfes eine intensive gemeinsame Zusammenarbeit. Es wurde gemeinsam die Konstruktion, die Details und alle anderen für den Bau maßgeblichen Faktoren entwickelt. Auch hier wurde wiederum auf die Schlankheit der Konstruktion, die verwendeten Materialien und das Erreichen des Passivhausstandards größter Wert gelegt. Gemeinsam mit den Sonderfachleuten wurden Lösungen erarbeitet und aufgrund des Passivhausstandards, über den es im Industriebau noch keine Erfahrungswerte gibt, mussten etliche Simulationen gerechnet werden. Neues Know-how bezüglich verwendeter Materialien, insbesondere Dämmstoffe und deren Verwendung im konkreten Fall, wurde geschaffen. Wissen, das bei zukünftigen Projekten den Bauherren und Architekten zugute kommt. All das und vor allem auch die Identifizierung des Bauherren mit diesem Projekt führte dazu, dass das Gebäude genauso wie von uns entworfen, errichtet wurde.

Quelle: F2 Architekten

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